On the Cover: THE DOTS @ Rockcity Dresden

Das Dresdner Fanzine Rockcity hat nach einem Jahr Pause ein neues Heft herausgebracht und uns gleich einmal auf die Titelseite gehoben. Im Heft selbst gibt es dann ein ausführliches Interview mit Art Hustle und Dr. Valentine zu lesen. Des weiteren unternimmt Lisa Hoffmann den Versuch, den Dots-Faktor zu enträtseln und gelangt zu dem Schluss: “eingängig, tanzbar und gelassen.” Aber lest selbst.

“Beste Band 2009: The Dots” …

… das meint zumindest die dresdner Studentenzeitschrift CAZcaz_200905.jpg. Wir bedanken uns!

02/09: EP Fake Modern Love Songs Review im Kulturmagazin “Dresdner”

“Dresdner” Februar 2009:
Nach dem Abschied vom altgedienten Sänger Jack im Sommer und notwendiger Umbesetzung, liegt nun eine amtliche EP vor. Fünf neue Songs lassen die wiederauferstandenen Dots gut dastehen. Handwerklich topp und schwer ambitioniert, präsentieren sich die Dresdner von verschiedenen Seiten, man kennt sie als orgellastige, 60s inspirierte Rock Band und der Song »Been A Time« zeigt sie so als kurzatmige Rock’n’Roll-Truppe im bekannten Gewand, während »It Doesn’t Matter« einen ausgelassen stompenden klassischen Popsong mit reichlich Hitpotenzial bietet. Dass sich die Dots über ihren Soundkosmos hinaus aber auch verstärkt für Country und Americana begeistern, zeigt auf eindringliche Weise »Simple Thing«: Hier treffen wahrhaft hypnotische Pow-Wow-Drums auf Wüstengitarre – wahrhaft simpel aber effektiv. Die Band kann sich also zu einer gelungenen EP gratulieren lassen. Ihr könnt euch zunächst live überzeugen lassen: Am 20. Februar zur Release-Party in der Groove Station. cc (5 von 6 Punkt)
Link

The Dots im aktuellen Mr. Wong Spotlight und im Interview

Februar 2009: Mister Wong hat sich entschieden uns ins Spotlight zu nehmen, wo wir fast neben Indiana Jones stehen. Yeah! Ausserdem durften wir noch in ihrem BLOG Rede und Antwort stehen:

Ihr bezeichnet Euch explizit als eine “lebensbejahende” Band. Ist das heutzutage etwas Besonderes im Indie-Bereich? ;)

DR. VALENTINE (Gitarrist u. Songschreiber): “Lebensbejahung ist für mich persönlich einfach eine grundlegend Lebenseinstellung, unabhängig von den Höhen oder Tiefen, die man gerade durchlebt. Es geht um eine Art Genusshaltung: Man sollte den Moment genießen, aber sich nie von ihm abhängig machen. Es ist wohl ein Dekadenz-Phänomen, so ein heiteres Tanzen am Abgrund. Wie es da andere Bands halten, weiß ich im Einzelnen nicht. In jedem Fall ist der Pessimist bereits vor dem Eintreffen der Katastrophe mit schlechter Laune gestraft.

ART HUSTLE (Sänger):”Vielleicht ist die Sache auch weniger vertrackt: Unser Gemüt ist einfach zu heiterer Musik gestimmt!”

Welche Rolle spielt das Internet für Eure Karriere? Was hat sich für Musiker geändert im Vergleich zu früher?

ART HUSTLE:”Ich habe das Gefühl, Marketing im Musikbusiness läuft heute zum Großteil digital ab. Als Band kommt man an Web-2.0-Diensten und Social-Media-Plattformen wie z.B. Mister Wong, myspace, facebook oder youtube gar nicht mehr vorbei. Bands wie die Arctic Monkeys oder andere sind ja erst über ihre digitalen Demo-Tapes richtig bekannt geworden. Der Do-It-Yourself-Geist hat auf jeden Fall durch das Internet stark zugenommen. Die Leute mögen es, durch das Internet ein Teil des Ganzen zu sein, indem sie daran mitwirken können… Außerdem wird man schneller und meistens kostenlos informiert. Auch das Booking für Bands läuft fast ausschließlich per Internet bzw. Email. Es ist jedenfalls unkomplizierter geworden, an einen Auftritt in Paris oder London heranzukommen – und da sind wir dann erst beim eigentlichen Ort des Rock: der Bühne!”

DR. VALENTINE:”Ich sehe das alles kritischer, bin aber auch der altmodischste von allen. Das Internet hat wie jedes Medium seinen Segen und seinen Fluch. Es steigert zwar die Verbreitungsmöglichkeiten einer Information oder Idee, senkt aber deren Qualität. Was nicht heißt, dass es nicht noch Inseln des guten Geschmacks gibt, meist mit viel Aufwand und von Liebhabern betrieben.”

ART HUSTLE:”Genau, man hat es halt selbst in der Hand. Als Band muss man sich heute, fast wie ein Unternehmen, eine “corporate identity” oder ein “corporate design” zulegen und das konsequent durchziehen, auch im Internet. Nur so kann man auffallen und Interesse wecken. Natürlich muss diese “Band-Identität” auch mit den Werten und Vorstellungen der Band-Mitglieder übereinstimmen, keine Frage. Genau wie bei uns, denn wir sind ja alle lebensbejahende Indierocker!! ;)”

Ihr wurdet von der VW Soundfoundation gefördert – wie sieht so eine Förderung aus und wie kann man sich bewerben?

DR. VALENTINE:”Die Bewerbung ist eigentlich ganz einfach: Man braucht keine dicke Bewerbungsmappe und auch keinen Telefonterror: Einfach auf die Homepage der Volkswagen Sound-Foundation gehen, Name, Adresse und Email eingeben, abschicken. Fertig!”

ART HUSTLE:”Die Förderung von VW sieht so aus: Als „Talents“ bekommen wir Unterstützung in Form eines Tourbusses, der uns für einen längeren Zeitraum zur Verfügung gestellt wird. Außerdem dürfen wir zusammen mit unseren Paten Polarkreis 18 an einem professionellen Workshop der Pop-Akademie Baden-Württemberg teilnehmen und bekommen Support bei unserer Pressearbeit. Darüber freuen wir uns natürlich sehr und schauen gespannt in die Zukunft!”

Alle Lieblingswebseiten der Band gibt es hier.
WONG THE WEB!

DNN vom 19.02.09: “Fieberanfall einmal anders – The Dots rocken morgen in der Groove Station”


“Als man noch vor etwa zwei Jahren ein Konzert der Dresdner Band The Dots aufsuchte, hatte man unter Umständen den Eindruck, die Pretty Things seien in schnittiger Blues-Brothers-Verkleidung zurückgekehrt, um mit juvenilem Kopfstand die feine Ironie alter britischer Pop-Etikette zu neuem Leben zu erwecken. Die wüste Rockorgel auf ihrem damals aktuellen Debüt-Album „Fashion For The Dressed And The Naked“ überschlug sich jedenfalls wie Agentencabrios in den 60ern und so fuhr man schon dazumal als unfassbar schmissige und gute Supportband die bedeutungsschwangere Style-Show so mancher dick auftragender Hauptacts ordnungsgemäß gegen die Wand. Gewundert hätte es einen freilich schon, wenn diese handwerklich so beleckte und vor allem stilsichere Kapelle am ewigen Party-Alleinstellungsmerkmal kleben geblieben wäre. Aber dem ist ja nicht so, wie man morgen Abend in der Groove Station wohl feststellen können wird. Denn The Dots treten die Tür des nun nicht mehr ganz neuen Jahres mit einer neuen Platte, einer pressfrischen 5-Song-EP namens „Fake Modern Love Songs“ ein, die es in sich hat. Und zwar derart, dass die alte Spielfreude, die deftige Energie und – zumindest gefühlt – auch das gut gepfefferte Augenzwinkern bleibt, während die Band einen satten Schritt nach vorn wagt. Jon Lister (Gesang), Nils Antiknock (Schlagzeug, Percussion), C. Moe Blitzschutz (Bass, Gesang), Dr.Valentine (Gitarre, Gesang), MKO Swillus (Orgel) und Art Hustle (Orgel, Piano, Gesang, Percussion) – schon die Namen versprechen erneut gute Unterhaltung – reißen sich mit neuen Songs wie „It doesn’t matter“ oder „Devil into Pope“ keineswegs die eigenen Wurzeln aus, aber finden für ihre pfiffigen Retro-Anleihen mit sicherem Gespür einen direkten Weg in zeitgemäße Popgewänder. Das verlangt ein leichtes Mehr an Komplexität in der Struktur eines Songs und ein gut gewähltes Weniger an Rumgealber, dazu ein Löffelchen Moll-Klang, ohne gleich die wilde Rock-Sau zu Melancholie-Gulasch zu verarbeiten. Wer auch immer an der Klangchemie gebastelt hat – herzlichen Glückwunsch: der entschleunigtste Dots-Song überhaupt – „Simple thing“ – ist zugleich der bemerkenswerteste der neuen EP. Ein filmreifer, schwarzgefärbter Fieberanfall, der mit einem garstig-schweren Mick-Harvey- Bass davon erzählt, alles in einer Minute verloren zu haben. Von den Dots wird wohl noch einiges zu erwarten sein. Was sich letzthin auch die Talente-Scouts der VW Sound Foundation überlegt haben müssen und die Band in ihr heißbegehrtes Förderprogramm aufnahmen, einschließlich einer Patenschaft von Seiten der Überflieger Polarkreis 18. Da die klug-geerdeten Rabauken The Dots aber vermutlich lieber ihren Bandnamen in den Schnee pinkeln als über die Farbe selbigen Niederschlags zu sinnieren, darf man auf die kreativen Synergien jener Patenschaft schon sehr gespannt sein. Norbert Seidel
Mit freundlicher Genehmigung der DNN

CAZ vom 16.02.09: “Zeit einen Punkt zu machen. Oder Fünf”

Podcast: The Dots@Breitengrad38

Wir möchten an dieser Stelle auf den tollen Podcast “Breitengrad 38″ von Daniel Brunner hinweisen, zu dem auch unsere Wenigkeit mit C’mon Babe beitragen hat.
[ --> hören | --> runterladen | breitengrad38.de]

Ich wusste schon immer, dass in Dresden was geht. Muss eine tolle Stadt sein, gutes Wetter, sehenswerte Architektur, viele junge Menschen, eine positive Einstellung. Das pulsierende Leben quasi. THE DOTS aus ebenjener Elbestadt pulsieren auch. Zumindest im Beat. Sixties-Rock’n’Roll, der kräftig scheppert und knarzt. Die dünne Produktion dürfte gar nicht viel dicker sein, denn die orgeldominierten Dancefloorfiller von THE DOTS klingen sehr authentisch und sind vor allem: charmant. (11:35) (7) (Arne Koepke)

http://www.ox-fanzine.de/reviews/rid/62043/ftcol/the+dots/st_cd.23.html

Fünf Punkte für Rock

Von Simon Köppl

Die Dresdner Kapelle The Dots schwört auf Garagenrock der sechziger Jahre und veröffentlicht ihr erstes Album.

Ortstermin im Proberaum von The Dots. Ein ehemaliges Fabrikgebäude im Dresdner Industriegelände. Unsaniert mit den „schlechtesten Toiletten Dresdens“ ausgestattet, wie Sänger Jack Dot glaubhaft versichert. Immer noch 100 Euro im Monat lässt sich die Stadt ihre unsanierten, kalten Proberäume kosten, Strom extra. Aber hier geht es nicht um die Verpackung, sondern um den Inhalt. Sofas und schummriges Licht sorgen für Behaglichkeit. In obligatorischer Unordnung aus leeren Bierflaschen, Kisten und einem altem Fernseher stehen Schlagzeug, Bass und Gitarrenverstärker, sowie eine Korg-Rockorgel aus den Siebzigern. Von Kleidung keine Spur.

Für Nackte und Bekleidete

Dabei heißt das Debütalbum „Fashion for the dressed and naked“ (Kleidung für Angezogene und Nackte), das morgen auf der Record-Release-Party in der Dresdner Scheune vorgestellt wird.

Was da als neu präsentiert wird, hat durchaus klangliche Tradition. Auch wenn The Dots nicht in einer Garage proben, huldigen sie dem guten alten Garagenrock der sechziger Jahre. „Ich höre selber sehr viel Musik aus der Richtung. Da kommt mir beim Hören die eine oder andere Idee und ich greife zur Gitarre“, erklärt der musikalische Kopf der Band, Gitarrist und Komponist „Dr. Valentine“, der eigentlich Martin heißt. Schlichte, aber eingängige Gitarrenriffs, ein stampfender Vierviertel-Takt und besagte Rockorgel bescheren eine Zeitreise.

Bleibt bei so viel Retro noch Platz für Eigenes? Martin überlegt kurz, aber Tastenmeister Mirko alias „MKO Swillus“ weiß Antwort: „Wir benutzen auch typische Pop-Elemente, die es damals noch nicht gab.“ Denn schließlich würden The Dots nicht nur Musik für Kenner und Liebhaber, also die Angezogenen aus dem Albumtitel machen. Sondern auch musikalisch Nackte sollen begeistert werden. Die Band hat sich über Anzeigen kennengelernt, Philipp „Phil Flade“ meldete sich, als eine „Schlagzeugsau“ gesucht wurde. Bassist Moe, besser bekannt als „C. Blitzschutz“, wurde über einen Whiskey im Blue Note geködert.

In der fünfköpfigen Band, alle Mitte zwanzig, sind die Mitglieder darauf bedacht, ihr Privatleben strikt von der Musik zu trennen. Gitarrist Martin hat zwar gerade sein Germanistikstudium abgeschlossen, aber „die Texte stehen im Dienst der Musik.“ Also keine lyrischen Ergüsse, sondern eher typisch Zwischenmenschliches.

Musikalisch sind alle fünf Autodidakten an ihren Instrumenten. Dazu kommt meist eine langjährige Klavierausbildung, doch nur für Mirko als Rockorganisten brachte der Unterricht etwas. Aber auch er schmiss schnell das Handtuch.

„Is it true Baby, is it true?“ heißt es im Lied „Is it you“. Ja, es stimmt wirklich: Die Aufnahmen zur EP „Introducing The Dots“ und zum Album entstanden in Eigenregie im heimischen Aufnahmestudio. Bassist Moe hätte sich fast als Tontechniker ausbilden lassen und hat gute Arbeit abgeliefert.

Erfolg auch ohne GEMA

Das Ergebnis wurde unter der „Creative Common License“ veröffentlicht. Damit dürfen die Lieder frei im Netz runtergeladen und verteilt werden. „Das hat ideologische, aber auch Marketing-Gründe“, gesteht Moe. Die GEMA, die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, kassiert sogar von Künstlern, wenn diese ihre eigenen Stücke ins Netz stellen. Ein Grund, der Institution fernzubleiben. So wird die Musik wenigstens weiter verbreitet. Ein französisches Filmprojekt nutzt sogar ein Lied für einen Kurzfilm.

Im Proberaum fängt unterdessen der Ölradiator an zu brennen. Ach, kein Problem, lass mal lieber weiter proben. Rock‘n‘Roll eben, für Wärme sorgen The Dots selber. Im Proberaum und auf der Bühne.

Wollen sie damit noch hoch hinaus? „Wir sind nicht die ambitionierteste Band. Aber wir nehmen alles mit, was geht.“

Sendung im freien Radio Kassel

Sendung im FRK vom 6.02.07

http://freihoch2.nerdbox.de/2007/02/punkte-als-podcast

[…] Und auch ihre Labelmates (von Cold /Analog und Ehrlich; Anm.) The Dots machen es richtig. Angefangen beim hübschen DIY-Sprayschablonencover über den förmlich nach Lagerhalle klingenden Rumpelsound und den sehr 60ties lastigen Brit-Sound, im Lexikon auch unter Pretty Things, Small Faces and-what-have-you zu finden. Scheinbar unbeholfen nach vorne polternd, hektisch und überdreht. Muss man nicht mal im Swinging London geboren sein, die richtige Plattensammlung der Eltern in der Heimat Dresden erfüllt offenbar den gleichen Effekt. Die Debüt-EP “Introducing The Dots” gibt’s hier als Gratis-Komplettdownload. Value for no money. Dann aber bitte das nächste Mal ein zumindest T-Shirt und ein paar Badges kaufen…
Intro vom 26.09.06

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