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Tourtagebuch 2010 – #1 Going deeper underground: Warming Up für die Tour

dots-30-04-2010Es ging los. Endlich. Aber der Tourbus wurde zuerst noch einmal in Dresden entladen. Heimspiel. Das Sputnik 2.0 ist das Reload des legendären Clubs in der Tannenstraße, oberhalb des Alaunparks, das vor drei Jahren einer profitableren Kapitalanlage weichen musste. Nicht weniger verwegen untergrundig präsentiert sich nun die neue Heimstätte: in den “altehrwürdigen” Kellern des Neustädter Bahnhofs. Wir spielten zum Tanz in den Mai. Der Sommer zeigte das erste mal in diesem Jahr, dass doch noch mit ihm zu rechnen sei. Wir führten unseren Regentanz auf, denn es galt unsere Indoor-Veranstalterlogik: “jetzt sitzen sie alle mit einer Flasche Rotwein am Fluss”. Der Regen kam zwar zu spät, aber der Sputnik-Bauch war dennoch gut gefühlt.

Vorher suchte uns aber noch ein Fluch der Technik heim. Ein Verstärker verweigerte sich, noch dazu das wohl edelste Teil im Set. Musiker neigen dazu, mit übertriebener Liebe an ihrem Equipment zu hängen. Selbst Dr. Valentine, der sich solchen Launen und Stimmungen selten hinzugeben scheint, zeigte deutliche Regung, als ausgerechnet beim ersten Soundcheck der Tour die Sicherung seines schuldentreibenden Gitarren-Amps durchschmorte. Sämtliche Wiederbelebungsversuche scheiterten. Aber dass der Weltgeist ein milder Greis ist, wissen wir, wenn wir die oft bemühte Redewendung des sogenannten Glücks im Unglück hernehmen: denn der Tourstart fand eben daheim in Dresden statt und so konnte schließlich mit einer kleinen Extratour ein Verstärker aus der Tiefe unseres Studios hervorgeholt werden und damit der Vergessenheit entrissen werden. Das alte Eisen pustete und hielt. Die A-Prominenz unter den Verstärkern, diese launenhafte Diva, schmollte derweil still backstage. Und auch am folgenden Tag in Chemnitz röhrte sie sich nicht.
Das Subway To Peter am Chemnitzer Hauptbahnhof. Wieder ein Kellergewölbe, wieder Underground. Einer dieser sympathischen, recht kleinen aber lauten und stimmungsvollen Schuppen, die Lust auf den Auftritt machen. Der Zuschauerraum war durch eine stattliche Säule geteilt. Diese teilte auch die Gunst des Publikums: links saßen die Hard Rocker und Punks, denen wir zu leise und schicklich spielten. Auf der rechten Seite hingegen stand man, wippte oder tanzte. Ein Stammgast, der seit 20 Jahren zu Konzerten ins Subway To Peter kommt, erwarb hier erstmals auch die CD einer Band, schön, dass es unsere war. Die kulinarische Spezialität des Subway To Peter stellt Knoblauchschnaps dar. Darum konnten wir uns nicht drücken. Gute Luft also, im Tourbus auf dem Weg zurück.

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