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#2 Köln – Hamburg: Der Bandgeist zu Pferde
Der Geburtsort der Seemannsromantik, St. Pauli, war bereits vor 18 Monaten einmal unser Spielplatz, damals noch im “Lehmitz”, laut Reiseführer “eine klassische Absturzkneipe mit größtenteils unberechenbaren Gästen”. Als Art Hustle gestern in die Runde blickte und das Publikum im Silber Club begrüßte, stellte er den Unterschied trocken fest: “Wir freuen uns jedenfalls, heute hier zu spielen.” Der Silber Club ist auf dem Kiez vor allem für seinen Frühclub am Sonntag berüchtigt, von 4 Uhr nachts bis 16 Uhr lassen hier Technoanbeter ihr Wochenende ausklingen. “Rocker halten einfach nicht so lange durch”, bedauert Bea, Bookerin und gute Seele des Clubs. Seit einiger Zeit versucht sie, vermehrt Rockkonzerte in den Silber Club zu holen. Here we were. Da gewisse Laster auf der Tour wieder eine neue Gnadenfrist erhielten, stellte man die Gretchenfrage des Rauchers: “wie hält mans hier mit dem Nichraucherschutzgesetz”? Bea fasste sogleich dessen Durchschlagskraft auf dem Kiez zusammen: “nur im Kühlraum wird nicht geraucht”.
Das Konzert. “Das Publikum schien hypnothisiert”, sagte eine Zuhörerin, die sich offenbar der Hypnose entziehen konnte. Bea tanzte hinterm Tresen. Paul McCartney soll am selben Tag in Hamburg gespielt haben. Als die Lichter angingen, die Stühle oben standen, schenkte man immer noch Kräuterschnaps ein. Irgendwann fing Dr. Valentine an, Anekdoten zu erzählen. Über Sokrates aus dem Fass. Und er will sogar Napoleon vom Pferd geworfen haben und den Bandgeist auf jenes gehievt haben. Und es gab wieder keine Haxe für Mr. Nils A. Antiknock.

















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